Indonesien - Lombok & Sumbawa - Der Weg zu den letzten Drachen der Erde...

Veröffentlicht auf von travelmadhouse

Die Inseln Lombok & Sumbawa gehoeren unter anderm in die Familie "Nusa Tenggara". Zu deutsch die "Sued-Ost-Inseln von Indonesien. (ebenfalls dazugehoeren auch Flores, Komodo, Alor, West-Timor etc.) 

 

Wohl am bekanntesten und jaehrlich von vielen Touristen besucht, ist der Komodo-Nationalpark mit seinen "Dragons" oder auch Komodowarane. Aber dazu spaeter.

 

Denn bei mir ist ja auch der Weg das Ziel und  zunaechst musste ich ja dorthin kommen.

 

Vor vielen Jahren hatte ich einen erfolglosen Versuch unternommen die "Dragons" zu besuchen. Daher war es fuer mich besonders spannend, endlich dorthin zu gelangen.

 

Von Bali geht es zuerst nach LOMBOK. Lombok wird immer mehr fuer den Tourismuss erschlossen. Das zeigt auch der Bau eines neuen Flughafens in der Naehe der Inselhauptstadt Mataram.

Leider bringt der Tourismus nicht nur positives. Zum Beispiel bin ich mehrfach vor Diebstaehlen auf Lombok gewarnt worden! Wenn die Warnungen dann auch von Indonesiern kommen, sollte man sie zumindest mal im Hinterkopf abspeichern. Etwas skeptisch habe ich die Insel dann nach einer 5 stuendigen Faehrfahrt von Bali aus betreten.

 

Aber wie so oft sind alle Erlebnisse immer eine sehr persoenliche Sache und auch viel vom eigenen Verhalten abhaengig!

Da ich die Touristenregionen die sich im Nordwesten (Gili Islands, Senggigi) und im Sueden (Kuta, nicht zu verwechseln mit dem Kuta auf Bali) befinden, gemieden hatte,  bekam ich einen ganz anderen Eindruck. Ich hatte den Eindruck fuer mich laufen die Uhren hier noch langsamer und urspruenglicher.

Anstatt mir Sorgen ueber Diebstaehle zu machen, hatte ich eher Schwierigkeiten mich all den lieb gemeinten Einladungen zu erwaehren, denn ich wollte ja vorwaerts kommen und Lombok erst auf der Rueckreise genauer in Augenschein nehmen.

Beim Anblick der Pferdekutschen bekomme ich ein Gefuehl als ob ich in eine laengst vergangene Zeitepoche reise. Die Indonesier haben  wie viele Asiaten eine andere Einstellung zur Zeit und zur Puenktlichkeit  und die spiegelt sich auch durch die langsamen  Pferdewagen wieder. 

Wie die Indonesier sagen: " In den westlichen Laendern hat man die UHR, in den oestlichen die ZEIT"

Die einzige Uhr die hier die richtige Zeit vorgibt  nennt sich "Jam Karet" auf deutsch "Gummizeit"

 

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Kommt man an Kuesten, die vorwiegend von Fischern und ihren Familien bewohnt werden, gibt es viel zu entdecken. Wie die kreativen Beleuchtungen an den kleinen Fischerbooten, wo sich niemand um fehlende Elektrizitaet  Gedanken machen muss, sondern nur, dass er genuegend Kerzen an Bord hat. 

Wenn man die Kinder im Wasser spielend erlebt, sieht man nur Froehlichkeit und gute Laune. Natuerlich haben diese Kinder keinen Gameboy, Fernseher (der steht aufgrund der mangelhaften Stromversorgung schon nicht 24 zur Verfuegung) oder Computer. Fuer die Computerspiele muessen sie ins Internetcafe um zu "zocken". Das koennen sie dann aber zum Teil 24 Stunden (Die Internetcafes haben oft einen eigenen Generator). Mir wurde auch schon angeboten, die Nacht im Internetcafe zu verbringen. Da die Plaetze aber fuer "Kleinstindonesier" vorgesehen sind und ich immer noch nicht die voruebergehende Halbierung meiner Koerpergroesse beherrsche, war dies keine Alternative.

 

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Weiter ging es dann mit der Faehre von Lombok nach Sumbawa. Eine Insel, die so ganz anders aussieht als Lombok. Die Berge wirken merklich trockener und die Vegetation besteht hauptsaechlich aus Gras und kleinen Bueschen. Irgendwo hatte ich auch gelesen, dass je weiter man von Bali aus Richtung Osten reist, esimmer trockener wird. Das habe ich dann auch zu spueren bekommen. Als ich von der Faehre kam bin ich dann auch gleich 2 Stunden durch einen Wolkenbruch gefahren.

Wenn man dann am naechsten Morgen startet und mit solchen Bildern belohnt wird, akzeptiert man auch die Berge die auf einen warten.

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Diese Mini-Insel macht es einem Braeutigam schwerer als anderswo zu heiraten. Die Haeuser stehen hier so dicht aneinander, dass fuer neue kein Platz ist. Das hat zur Folge: Wenn ein Paar heiratet und sich auf der Insel niederlassen will, muss der Braeutigam so viele Korallenstoecke mit in die Ehe bringen, dass man darauf das neue Haus bauen kann.

Warum wollen die Menschen alle auf diese kleine dichtbesiedelte Insel? Ich habe das nicht in Erfahrung bringen koennen.

 

 

 

Neben schoenen Landschaften (im Landesinneren wird die Vegetation wieder sehr ueppig und schoen gruen) hat Sumbawa froehliche Menschen (wie eigentlich ueberall in Indonesien) und urige Fischerdoerfer zu bieten. 

Die Fischerboote haben weit ausladende und beleuchtet Ausleger, mit denen sie die Fische nachts anlocken.

 

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Stolz und mit lautem Gelaechter wird der Fang der "verrueckten Touristin auf dem gelben Rad" praesentiert.

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Es gibt haesslichere Radwege mit schlimmeren Ausblicken...

 

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Hier seht ihr "Englisch-Lehrerin Stefanie".

Eigentlich wollte ich mich nur regensicher unterstellen, als ein Lehrer mich sah und mit seiner Schulklasse zu mir kam. Allerdings musste er, nachdem ich lauthals begruesst wurde, seine einzelnen Schueler noetigen eine Frage in Englisch zu stellen.

Aber wie bei vielen Kinder, in der Ferne und in der Gruppe sind sie mir gegenueber immer lautstark und mutig. Aber aus der Naehe muss ich dann doch sehr angsteinfloessend wirken, denn sie bekamen kein Wort heraus.

 

 

 

 

Sport ist ja hier kein Fremdwort. Es gibt viele Sportarten, fuer die ich mich begeistern kann, aber ob ich  unbedingt mit dem Kopf zuerst auf meinen Gegner losrennen will? Sehr gewoehnungsbeduerftig! Ob die im Schaedel keine Schmerzen spueren? 

 

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Dann kam ich auf die grandiose Idee, mich mal nicht nassregnen zu lassen, sondern die letzten 25km im Bus zurueckzulegen. Das lief sich auch gut an, denn als mein Fahrrad verladen war fing es wie aus Gieskannen an zu regnen, und da meine Angst vor Schrumpfens meiner zarten Koerpers immer mitfaehrt, war ich froh im Bus zu sitzen.

Nur dass der Busfaher die Fahrt mit einer halbstuendigen Pause begann, war nicht voraus zu sehen. Als es dann endlich losging, dachte ich schon, mein Handy laeutet. Aber nein, es war der Hahn einer Mitfahrerin, der ausgebuechst und ueber meinen Schoss laut gackernd den Weg in die Freiheit suchte. In letzter Sekunde wurde der Fluchtversuch durch beherztes Eingreifen der Besitzerin in Form von Ziehen am Schwanz  vereitelt. Ich konnte ihr leider nicht helfen, da ich auf Reissaecken sitzend mich mit beiden Haenden festhalten musste um nicht aus der offenen Tuer zu fallen. (Tueren werden gernell nicht geschlossen, da man sonst kostbare Stellflaeche fuer weitere Passagiere verlieren wuerde)

Als ich meinte, dem Ziel schon recht nahe zu sein, wurde mein positives Denken durch lautes Krachen unterbrochen. Der Bus liess sich nicht mehr schalten. Die Kupplung war defekt. Drei Leute incl. Fahrer krochen mit einem Hammer und einem verrosteten Ding (was frueher einmal ein Schraubenschluessel war) unter den Bus. Nach einer halben Stunde mit lautem diskutieren aller Anwesenden und schlagen auf die Kupplung lief das Ding wieder. Welch ein Glueck, 25km in 3 Stunden. Mein Fahrrad waere bestimmt schneller gewesen.

Aber auch das ist Indonesien im Normalfall.

 

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Weiter ging es durch wunderschoene Landschaften mit tollen Reisfeldern und Bergen vulkanischen Ursprungs. Sumbawa ist eine Insel die sehr wenig Touristen besuchen, daher ist die Infrastruktur nicht so wie auf andern indonesischen Inseln. Die Strassen, soweit man sie so nennen kann, lassen teilweise sehr zu wuenschen uebrig.

 

Picture 041Auch musste ich hier lernen, dass man hier nicht an jeder Ecke etwas zu essen bekommt. Erst gegen Mittag erhielt ich ein Fruehstuck, vorher war nichts zu bekommen.  Wenn man sich koerperlich betaetigt, kann das laute Knurren meines Magens schon mal bis an die Grenzen der Geraeuschbelaestigung gehen.

 

 

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Fast immer  werde ich mit Lachen und lautem Hallo begruesst.

 

Angekommen im Ort  Sape, das ist der oestlichste Teil der Insel, ging es dann auf die Faehre nach Labuan Bajo/Flores. Der Komodo-Nationalpark mit den Waranen liegt zwar zwischen den Inseln Sumbawa und Flores. Doch leider faehrt keine Faehre direkte dorthin. Es geht nur ueber Umwege.

 

Obstverkaeuferinnen mit ihren Angeboten

 

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