Wenn Engel reisen...

Veröffentlicht auf von travelmadhouse

Nachdem mich meine Eltern am Flughafen verabschiedet haben, kamen mir zum ersten Mal die Gedanken: "Auf was habe ich mich da nur eingelassen?"
Aber British Airways hatte ein Einsehen mit meiner Situation und hat mich Business-Class fliegen lassen, damit ich ausgeschlafen in Delhi ankomme und nicht die Pedalen an den Lenker schraube, sondern dorthin wo sie hingehoeren.
Dank einer guten Verpackung ist das Fahrrad ohne Schaden angekommen.

Sieht doch schon wie ein Fahrrad aus, oder?
Tatkraeftige Unterstuetzung bekam ich in Form von heftigen Diskussionen der gesamten Flughafenpolizei, denn jeder hatte einen guten Rat fuer mich parat.
Los ging es 2 Stunden nach Ankunft in Dehli. Waere ich nackt aus dem Flughafengebaeude gelaufen, haette ich wahrscheinlich nicht so viel Aufmerksamkeit erregt.
Am ersten Tag legte ich dann auch gleich 70 km zurueck, denn nachdem ich ca. 40 km durch Dehli geirrt bin, musste ich mir ja noch ein Hotel suchen, was dann leider etwas schwieriger war.  Letztendlich dann doch von Erfolg gekroent wurde. Auch den ersten Regen musste ich gleich am ersten Tag ertragen. War aber nicht so schlimm, denn so liess sich der Schmutz von Dehli besser verteilen.



Am naechsten Morgen ging es  frueh weiter, denn das Taj Mahal rief.
Ich fing ja ein wenig an zu jammern, weil ich zu viel Gepaeck dabei hatte, aber nach dem ich die Fahrradriksha vor mir gesehen habe und feststellen musste, dass der Fahrer mindestens doppelt so alt war wie ich, war mein Gepaeck auf einmal gar nicht mehr so schwer.










Den Strassenverkehr zu meistern erfordert eine "minimale" Risikobereitschaft. An die vollen Strassen, das laute Hupen kann man sich ja noch gewoehnen, aber mit dem entspannten Verhalten der Verkehrsteilnehmer habe ich dann doch so meine Probleme. Hier ein Beispiel eines einfachen Ueberholmanoevers: Vor mir faehrt ein Ochsenkarren, der auch eine gewisse Hoehe hat so dass Frau nicht unbedingt einsehen kann was vor dem Karren los ist. Aber egal, ein Gefaehrt was langsamer ist als ich, gehoert ueberholt. Ich setze an, in dem Moment zieht der Karren zu mir rueber, weil ihm ein Auto auf unserer Spur entgegen kommt (irgendwie normal...). Nun muss ich noch weiter nach rechts. (Rechtsverkehr)  Mit lautem Gehupe faehrt ein Moped rechts an mir vorbei. Die 3 Herren auf dem Mopped sind so begeistert von mir, dass sie mitten im Ueberholmanoever von mir wissen wollen wo ich herkomme. Das findet der von hinten herannahende LKW gar nicht gut und bekundet es mit einem Hupkonzert, welches mich fast aus dem Sattel haut. Aber wir schaffen es alle wieder in unsere Fahrbahnen zu kommen. Natuerlich nicht ohne die Kommunikation zwischen Fahrrad und Moped zu unterbrechen.



Nach 240 km komme ich endlich am 3. Tag meiner Tour am Taj Mahal an.
Ein Traum von einem Gebauede, das ein Mogul seiner Lieblingsfrau als Grabmal gebaut hat, nachdem sie nach der Geburt des 14. Kindes mit 38 Jahre verstorben ist. (Das war der Nachteil zu dieser Zeit die Lieblingsfrau gewesen zu sein).  Ich sehe das imposante Gebaeude nun zum 2. Mal und es hat fuer mich nichts von seiner Faszination verloren!!!


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Veröffentlicht in Indien

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