Die ersten Verschleisserscheinungen.....
Trotz regelmaessiger Fuehrung der "Schafsnase" auf dem Drahtesel zur Traenke hat es nicht ausgereicht, bei 40 Grad im Schatten diesen weiter auf seinem Gefaehrt zu halten. Zudem kam noch fehlende feste Nahrung hinzu. Generell ist dagegen ja fuer einen gewissen Zeitraum nichts einzuwenden und schlaue Leute behaupten "Frau" kann auch 10 Tage ohne feste Nahrung Hoechstleistungen vollbringen. Bei mir ist das leider nicht der Fall, der Koerper wollte nicht so wie ich. Zudem schwitzt man den muehsam angetrunkten Vorrat schon beim Schlafen wieder aus.
Dies hat eine hoffentlich vorruebergehende Abneigung zum Radeln hervorrgerufen.
O-TON der Inder die mich freundlicherweise am Strassenrand aufgelesen haben: "Es ist zu heiss zum radeln und es wird mit jedem Tag heisser"
Diese Aussage veranlasste mich nach anderen Zielen zu suchen die Temperaturen aufweisen, bei denen man sich bewegen kann ohne gleich vor "Freude" zu zerfliessen.
Also auf in hoehere Regionen. Auf nach Dajeerling in das Himalayagebirge.
Als paktizierender Optimist gehe ich davon aus, dass ich in den naechsten Tagen ein Ticket fuer den Zug in diese Region bekomme. (Wer Indien kennt, weiss, dass das immer eine Herausforderung ist)
Um meinen physischen Zustand wieder halbwegs herzustellen, bin ich dann nach VARANASI mit dem Bus gefahren.
Die Busfahrt war mal wieder ein schoenes Erlebnis. Der Fahrer war der Meinung ich sollte das Rad aufs Dach laden, wogegen ich generell nichts habe. Allerdings hatte der Bus keine Leiter um aufs Dach zu kommen. Ich habe mich einfach stur in den Eingang des Busses gestellt, gestikuliert und die Umstehenden das Problem fuer mich loesen lassen. Ich habe die Erfahrung in Indien gemacht, dass wenn man freundlich laechelt oder hilflos dreinschaut sich mancher Inder fuer die Touristin einsetzt.. Ich kann bisher nur positiv ueber die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Inder berichten, auch wenn sie einem manchmal mit ihrer Neugier maechtig auf den Geist gehen.
VARANASI auch Benares genannt, liegt am Ganges und ist fuer die Hindus die Heiligste Stadt in Indien.
Es ist eine Stadt, in der ich selbst nachts kaum gewagt habe zu atmen, so verschmutzt ist die Luft hier. Der Dreck liegt wie in vielen Indischen Staedten hoch an den Strassenraendern. Der Ganges soll kurz vor dem Umkippen stehen. Dennoch hat die Stadt ihre ganz eigenes Flair. Der Ganges ist allen Indern HEILIG. Die Waschungen erfolgen nicht nur fuer die Kleidung sondern auch fuer die Glaeubigen selber. (Es ist eine heilige Handlung)
Es werden die Toten direkt am Ganges verbrannt. Erst werden Sie im heiligen Ganges geweiht, dann kommen Sie auf den Scheiterhaufen und es ist schon beeinduckend zu sehen, wie die Menschen brenne. Wie Gesicht und Arme sich einem fast entgegenstrecken. Es steigt einem der Geruch von verbrannten Naegeln und Haaren entgegen.
An diesen Verbrennungsstaetten sind nur Maenner zugelassen. Es soll auch nicht "gejammert" werden. Schwangere, Babys, Saduhs(Heilige) und Menschen die durch einen Kobrabiss getoetet wurden, duerfen hier nicht verbrannt werden.
Ich finde es beruhigend, dass auch anderen die Hitze zu schaffen macht und nicht nur mir. 
Ja ich weiss, dieser Zitronenverkaeufer ist auch doppelt so alt wie ich .....
Indien ist immer eine Reise wert, allerdings sollte man April und Mai wegen der Hitze meiden.