Indonesien - Java mit seinen feuerspuckenden Bergen...
Die Insel Java beheimatet die Hauptstadt von Indonesien, Jakarta mit seinen ca. 11 Mio. EW.. Java ist die bevoelkerungsreichste Insel der Welt mit ca. 130 Mio. EW..
Sie liegt im sogennanten Pazifischen Feuerring und beheimatet von den 130 teils noch aktiven indonesischen Vulkanen 38.
Viele haben mich vor dem schrecklichen Verkehr auf Java gewarnt. Zudem hoerte ich mehrfach, dass Java nicht viel zu bieten hat. Obwohl ich das verkehrstechnisch schlimmste Land, Indien, schadlos ueberstanden habe, war ich nicht motiviert, mich durch die Millionenmetropole Jarkarta zu quaelen. So bin ich dann von Singapur direkt nach Yogyakarta geflogen. Der Ort liegt in Zentraljava.
Die Stadt ist ein riesiger Souveniermarkt in Sachen Batik. Aber auch ein kleiner gemuetlicher alter Sultanspalast ist zu besichtigen.
Die Damen und Herren machen keinen Kochkurs, sondern klassische Musik wie zu Sultans Zeiten.
Ein kulturelles Highlight gibt es ganz in der Naehe. Das Weltkulturerbe BOROBUDUR.
Es ist eine der groessten buddistischen Tempelanlagen Suedostasiens.
Sehr schoen die perforierten Stupas.Man sieht auch wie das Kletterverbot der Ruinen von den Touristen eingehalten wird.
Dann ging es endlich wieder auf mein Rad. Siehe da, es klappt ja noch. Nach meinem Meditationskurs habe ich mir vorgenommen, die Berge gelassener hinzunehmen, denn irgendwann sind sie ja zu Ende.
Aber ganz klappt das noch nicht. Ich kann nur sagen: ueben, ueben, ueben....
Landschaftlich ist die Strecke schoen. Leider sind kleine Seitenstrassen nicht wie auf anderen indonesischen Inseln verkehrsarm. Es bestaetigt sich die Prophezeiung ueber den wahnsinnigen Verkehr. Er ist chaotisch. Allerdings sollte ich spaeter noch lernen, dass die Nebenstrassen im Verhaeltniss zu anderen "sehr" verkehrsarmer sind!
Das nenne ich mal gerechte Gewichtsverteilung zwischen Mann und Frau.
Ueber Wegweiser freue ich mich
immer. Sie geben mir einfach ein besseres Gefuehl, auf dem richtigen Weg zu sein. Egal wie gross!
Weiter ging es zum Besuch meines ersten Vulkans. Soviel bin ich nun gereist, aber der Besuch eines Vulkans war bisher nicht dabei. In Yogya habe ich den Vulkan "Merapi" nur von weitem gesehen.
Mein Ziel war der "Mount Bromo", der mit einer Hoehe von 2.329 m einer der bekanntesten Vulkane ist. Allerdings liegt seine Bekanntheitsgrad auch daran, dass, wenn man will, ihn mit einem Jeep erreichen kann. Denn nach wie vor haben viele Asiaten etwas gegen zu viel Bewegung. Das zeigt sich auch hier auf Java, denn es ist mir mehrfach passiert, dass die Menschen mir grinsend einen Vogel gezeigt haben, so nach dem Motto: "Mit dem Fahrrad....schoen bloed...!"
Im Vordergrund raucht der Krater des Mount Bromo und im Hintergrund qualmt der hoechste Vulkan von Java der Semeru mit 3.676 m.
Meine erste Kraterbesteigung endete leider im totalen Nebel mit heftigem Regen. Somit war nichts mit fotografieren.
Dafuer war der zweite Versuch dann von Erfolg gekroent. Trotz nassen Schuhen und Kleidung (denn mein Hotelzimmer war genauso feucht und kalt wie draussen) konnte ich dann den Ausblick bzw. besser Einblick geniessen.
Wo bleiben denn meine faulen Gaeste die ich wieder den Eine Nudelsuppe oder ein Kaffee geht immer... Berg runter bringen muss? Stoehhnnn...
Der Vulkan hat mich begeistert!
Die Landschaft, der Geruch und die Vorstellung was fuer eine Kraft dort brodelt ist wirklich faszinierend. Das motiviert mich, gleich zum naechsten Vulkan zu fahren. Auch der Regen und die Kaelte werden mich nicht davon abhalten!
.....brrrr oder doch?!? Seit fast einem Jahr Temperaturen um 30 Grad und mehr koennen einen schon verweichlichen!
Somit mache ich mich auf den Weg zum Krater Ijen weiter im Osten, Richtung Bali.
Unterwegs lerne ich zwei nette deutschen Weltradler kennen. Uebrigens die ersten deutschen Radler nach einem Jahr! Da sie gerade aus Australien kamen, haben sie mein Helmproblem geloest, indem Robert mir seinen Helm geschenkt hat. Denn nur in Australien besteht auf dem Fahrrad Helmpflicht.
Der Kratersee "KAWAH IJEN" gehoert zu einem Vulkankomplex. Seine Besonderheit ist die Moeglichkeit zum Schwefelabbau. Das allerdings ohne maschinelle Hilfe mit rein menschlicher Arbeitskraft.
Als ich ankam, war es neblig. Auf dem Weg nach oben fing es dann auch noch an zu regnen. (ich glaube, die Vulkane moegen mich nicht, oder sie fordern mich heraus
)
Daher habe ich mir ein Bild aus dem Internet geborgt, auf dem der Kratersee zu erkennen ist.
Dieser sehr romantisch scheinende See taeuscht. Er wird von Geologen als das groesste Saeurefass der Erde bezeichnet.
Als ich am Fusse des Vulkans ankam, war es wieder mal neblig. Ich hatte ganz kleines Gepaeck bei mir und es ein wenig eilig, da mein Buss nicht wartete. Somit bin ich sehr zuegig die 3,5 km steil bergauf gegangen. Habe aber fast eine Stunde gebraucht. Unterwegs sind mir die Schwefeltraeger entgegengekommen.
Am Kraterrand angekommen, bin ich bis zur Haelfte in den Krater rein. Der Nebel war super dicht, und die Schwefeldaempfe machten mir schwer zu schaffen. Ich hatte allerdings nichts zu tragen!!! Als es dann auch noch anfing zu regnen, bin ich umgekehrt, da man sowieso nichts sehen konnte. Nun wurden die Steine auch noch sehr glatt und rutschig. Ich betone aber nochmals, ich hatte nichts zu tragen. Eine halbe Stunde habe ich mich aufgehalten, in der Hoffnung auf bessere Sicht. Aber mit Blick auf die Uhr merkte ich, dass ich mich beeilen musste. Grosser Fehler, denn tief einatmen ist sehr unangenehm. Ich fing an zu husten und meine Lunge brannte. Das nur als Erklaerung, was die Arbeiter leisten muessen! Denn sie gehen nicht nur bis zur Haelfte, sondern ganz in den Krater. Sie fuellen ihre Koerbe mit 70-100kg Schwefel und schleppen sie wieder hinauf und den ganzen Berg ins Tal hinunter. Eine fast unmenschliche Arbeit. Vor allem bei dem Wetter ziehen die Schwefeldaempfe nicht ab. Alt werden die Arbeiter bei diesen Bedingungen nicht!
Hier wiegen die Arbeiter ihre Koerbe!
-Diese Koerbe sehen nach nichts aus, aber wie gesagt 70-100 kg auf einem Schluesselbein. Ich habe es versucht... unmoeglich...fuer so verweichlichte Westler!
Nach diesem Besuch geht es nun (wenn ich meinen Muskelkater auskuriert habe) weiter zur Faehre nach Bali.
Ein sehr reinlicher Kaefer, ich konnte mich im Panzer spiegeln!!
KNALPOT!!! Ein schones indonesisches Wort fuer Auspuffanlagen.