Australien - 1200km von Perth nach Carnavon
Es komm immer anders und meistens als als man denkt!
Als ich meinen letzten Blogeintrag beendete, war es kurz nach 18 Uhr und ich wollte am naechsten Morgen frueh aufbrechen um Australien zu entdecken.
Als ich im Guesthouse ankam,wartete dort ein junger “Mann” auf mich, der wie ich die gleiche verrueckte Idee hatte, von Perth nach Darwin zu radeln.
Nachdem er einige Minuten auf mich eingeredet hatte, wie viel sicherer es sei, die Reise zu zweit zu unternehmen, hatte ich mir ueberlegt, wieviel abwechslungsreicher es waere, auf den langen Strecken jemanden zum quatschen zu haben. Also entschied ich, ihn mitzunehmen. Da er noch einige Besorgungen zu machen hatte, vereinbarten wir unseren Treffpunkt fuer den uebernaechsten Tag, um gemeinsam auf die lange Reise zu gehen..
Schnell waren wir uns einig, aus Kostengruenden die Campingplaetze zu meiden und die “Wilde Natur” zu bevorzugen. Dazu war es manchmal auch noetig, das ein oder andere Gatter mit den Raedern kletternd zu meistern. Das muss ich nicht zu oft haben....stoehn....
Die erste Woche verlief dann auch sehr abwechslungreich. Wir besuchten den fuer mich ersten Nationalpark.
Der NAMBUNG Nationalpark ist bekannt fuer seine Pinnacels, die oft mit eigenwilligen Formen die Landschaft gestalten.
Als wir den Nationalpark betraten schickte ich gleich eine Bestellung an die Kaengeruhs, das sie doch bitte sehr fotogen zwischen den Pinnacles herumhuepfen sollten. Leider lief bei der Bestellung etwas schief, denn es erschien nur eines und das auch erst nach Sonnenuntergang.
Weiter ging es Richtung Gerldton, das von Cervantes NUR 250km entfernt war. Auf dem Weg ragten aus der doch sehr gruenen Landschaft immer wieder riesige porentief reinweisse Sandduenen auf.
Geroldton hiess dann wieder Zivilisation, d.h. McDonald (der letzte fuer die naechsten 2000km) mit kostenlosem Internet (die Preise in Australien sind hierfuer weltweit die teuersten) oder auch wieder ein Supermarkt, in denen wir unsere Vorraete auffuellen konnten.
Das HMAS Sydney II Memorial, gedenkt den toten Seeleuten des Schiffes Sydney II, welches im 2. Weltkrieg von den Deutschen versenkt wurde.
Seeadler beim Fruehstueck (Heute gibt es frischen Fisch)
Nach 6 Tagen entschieden wir ab hier getrennt weiter zu radeln. Unter anderem war fuer mich von grossem Nachteil, dass er Deutscher war und andere Reiseinteressen hatte als ich. Ich bin ja auch unter anderem nach Australien gereist um meine Englischkenntnisse zu erweitern.
Somit ging es dann ab Geraldton allein weiter. Die erste Nacht in “wilder Natur” war dann auch sehr spannend, denn ich analysierte die unterschiedlichsten Geraeusche mit meinem zusehends sensibler werdendem Gehoer.
Der zweite Nationalpark rueckte km um km naeher.
Auf dem Weg zum KALBARRI Nationalpark passierte ich den “Pink Lake”. Der See war RICHTIG Pink! Verursacht durch eine bestimmte Krabbenart.
Der Umweg von 100km fuer den KALBARRI Nationalpark hat sich gelohnt. Die Schluchten und Felsformationen sind wunderschoen.
Einige Australier erwarten dann doch viel Post. Bei den gossen BRIEFKAESTEN!!
Auf dem Weg machte ich ausreichend Bekanntschaft mit den ROAD TRAINS!
Sie sind alleredings nicht so schlimm wie vielerseits angekuendigt. (Maximal bisher von mir gezaehlte Achsen: 17 Stueck!)
Zum einen informieren sich die Fahrer untereinander ueber Funk, dass da eine Radlerin auf dem Highway 1 unterwegs ist. Zum anderen hupen sie manchmal warnend und versuchen, wenn es der Verkehr zulaesst, einen groesseren Bogen zu fahren wenn sie mich ueberholen. (Starke Sogwirkung)
Besonders beruhigend war zu hoeren, dass sie waehrend der Fahrt tolle DVD's sehen oder Buecher lesen. Ich lese ja auch unterwegs, nur leider fehlt mir noch der Stromanschluss fuer die Filme.
Nach dem Kalbarri Nationalpark machte ich dann meine ersten Erfahrungen mit dem GEGENWIND! Und das dann taeglich. Nach einigen frustriereden Momenten habe ich dann versucht mich damit abzufinden, dass ich die einzige bin, die die Strecke um diese Zeit von Perth nach Darwin radelt. Einige Radler (alles Australier) kamen mir entgegen. Die hatten eindeutig die besseren Informanten.
Leider muss ich nun meine geplanten taeglichen Kilometer um ein Drittel reduzieren, was bedeutet, ich komme noch langsamer vorwaerts.
Dennoch habe ich die SHARK BAY erreicht.
Unterwegst hatte ich dann noch das Vergnuegen neben stuermischem Gegenwind auch noch Dauerregen zu geniessen und das bei den kalten Temperaturen..brrrr. Gluecklicherweise kam nach 3 Stunden ein Roadhouse, in dem ich mich dann bis der Regen nachliess aufhielt (also Stunden). Das war allerdings ein sehr spannendes Erlebnis. Denn hier erscheinen nicht nur Touristen, sonderen auch Australier aus den extremen Weiten des Landes.
Der SHELL BEACH in der SHARK BAY besteht wie der Name schon sagt, nur aus Muscheln und das bis zu einer Tiefe von 5-8m. Leider war das Wasser noch zu kalt zum baden. (Denn die Australier haben den kaeltesten Winter seit 40 Jahren.)
Weiter ging es nach Denham, dem groessten und einzigen Ort der Shark Bay, dafuer aber der westlichste Ort Australiens.
Die Steinquadern des Hauses bestehen nur aus Muscheln.
Die SHARK BAY hat noch weitere Attraktionen, z.B. die DELPHINE.
Sie kommen bis an den Strand, wie ich aber entaeuscht feststellen musste werden Sie von den Rangern ein wenig angefuettert.
Nach der Touristenshow wanderte ich noch ein wenig den Strand entlang um dann mit Begeisterung festzustellen, das die Delphine auch ohne Ranger an den Strand zur Jagd kommen. Es ist beeindruckend, diese Tiere zu beobachten wie sich sich in dem flachen Wasser auf der Jagd nach Beute bewegen.
Die Moewen freuen sich ueber das was die Fischer uebrig lassen.
Kurz vor dem Ende der wunderschoenen SHARK BAY, kommt noch eine Attraktion. Die STROMATOLITEN. Das sind sehr fagile wunderschoen anzusehende Gebilde, die aus Bakterien bestehen und seit ca. 1900 Mio Jahren existieren. Somit sind sie die aeltesten lebenden Organismen der Welt.
Weiter geht es nach CARNAVON.
Unterwegs musste ich immer wieder feststellen, dass es die vielen Kaengeruhs die einenen nerven sollen leider nur in toter und verwesender Form am Strassenrand gibt. Lebende habe ich bis jetzt sehr wenige gesehen. Obwohl ich ja in ihrer Welt uebernachte, habe ich am spaeten Abend kaum welche von den huepfenden Gesellen zu Gesicht bzw. vor die Kamera bekommen.
Ein Vorteil hat der Regen. Man nimmt den Verwesungsgeruch nicht so war.
<-...in diesem Zustand riechen sie schon fast gar nicht mehr...
Ziegen scheinen uebrigens um einiges intelligenter zu sein als Kaengeruhs. Denn sie tapern gedankenverloren (so sieht es zumindest aus) an die Strasse, schauen zuerst nach rechts....sehen mich dann und laufen im Sprint...nein, nicht ueber die Strasse sondern zurueck ins Gelaende. Daher sind auch mehrheitlich tote Emus und Roos, wie die Aussies die Kaengeruhs nennen, zu bedauern.
Das gefaehrlichste Tier was mir bisher unterkam, war der BOBTAIL mit seinem Knubbelschwanz, in dem er den Fettvorrat fuer den Winter bunkert.
Mit seinen langen Messerscharfen Zaehnen bekommt man schon Angst, auch seine Laufgeschwindigkeit ist atemberaubend. Er ist eine Gefahr fuer alle Verfolger, die garantiert bei der Jagd einschlafen. Aber suess ist er mit seiner blauen Zunge.
Wie dieser kleine Kerl heisst, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. Finde aber, dass er irgenwie an eine Katze erinnert.
Von CARNAVON geht es dann Morgen in die CAROL BAY zum Ningalo Reef. Bis dahin sind es ja noch ca. 18 Stunden und es kann viel passieren!
Allerdings fahre ich erst nach meinem ANTI-GEGENWIND-TANZ !!!