Australien - irre Weiten und eine beeindruckende Natur...
Weiter ging es gut geruestet mit 18 Litern Wasser
und Vorraeten fuer 10 Tage.
Habe ich uebrigens erwaehnt, dass es noch
etwas Schlimmeres gibt als heftigen Gegenwind?
Das ist heftiger Gegenwind mit kaltem Dauerregen und kein Loch in dem ich mich verkriechen kann.
Aber einen Vorteil hat der Regen. Ich scheine gewachsen zu sein. Wie man sieht habe ich die 2 m nun ueberschritten! (:-))
Die CORAL BAY mit dem beeindruckenden Ningaloo-Reef habe ich, dank meines ANTI-GEGENWIND-TANZES (:-)) in nur 2 Tagen erreicht!
Das Tauchen habe ich mir hier verkniffen. Abgesehen davon, das es mein Budget starkt minimiert haette, war es mir einfach zu KALT. Ich war schnorcheln vom Strand aus und nach einer Stunde hat mein Koerper 1,5 h Sonneneinstrahlung gebraucht um wieder aufzutauen. Aber auch vom Strand aus war das Riff sehr beeindruckend. Wie waere es dann erst vom Boot aus?! Diese Frage muss unbeantwortet bleiben.
Weiter ging es nach Tom Price, dem Ort, in dem ich meine Vorraete wieder auffuellen konnte um fuer die Erkundung des Karijini Nationalparkes geruestet zu sein. Bis dahin sind es ueber 400 km mit nur einem Roadhouse an der Strecke.
200 km vor dem Ziel fing mein Fahrrad auf einmal an zu "eiern", derart, dass ich das Gefuehl hatte, einen Rodeostier zu reiten und nicht ein Fahrrad. Aber was ein richtiger "Biker" ist, der bekommt das auch wieder hin (dachte ich ) Daher lehnte ich das Angebot eines Pickup-Fahrers grossspurig ab, mich bis Tom Price mit zu nehmen. Er meinte ich waere hier ja schon ziemlich im "Middle of Nowhere". Nachdem ich einige Zeit an meinen Speichen gedreht hatte, war die 8 draussen und es konnte weitergehen. Leider aber nur einige Kilometer, denn dann wurde es noch schlimmer. Nach dem 3. Versuch habe ich dann aufgegeben, mich an den Strassenrand gesetzt (gluecklicherweise schien dann auch schattenfrei die Sonne (:-)) und gehofft, dass mich jemand mitnimmt. Das erste Auto hielt und das junge deutsche Paar erzaehlte mir, dass sie mich stehen lassen muessten, da man in ihrem Camper angeblich nicht zu dritt fahren duerfe. Den Notfall haben die nicht so wirklich erkannt. Allerdings hielt dann nach 3 Stunden ein italienisches Paar, die bis obenhin beladen waren, mich, mein Fahrrad und Gepaeck aber dennoch irgendwie unterbrachten! Gemeinsam ging es nach Tom Price, wo sie mich dann auch noch zum Essen eingeladen haben!
Am naechsten Tag versuchte ich dann jemanden ausfindig zu machen, der mir das Hinterrad wieder repariert. Ich erfuhr, dass es hier einen Mann namens Enzo gibt, der die Fahrraeder nach seinem regulaeren Job nebenbei montiert. Reparieren wuerde hier niemand - sehr merkwuerdig!
Also habe ich den ganzen Tag an meinen Speichen geschraubt und bin dann abends nach Feierabend nicht sehr optimistisch zu Enzo gefahren. Als erstes viel mir ein Hightech-Rennrad und 3 BMX - Raeder ins Auge, die meinen Optimismus aufleben liessen. Er war dann auch ganz zufrieden mit meiner Arbeit bis er feststellte, dass meine Speichen alle zu kurz sind, (ein Dank nach Bad Homburgs Fahrradgeschaeft) sich somit waehrend der Fahrt lockerten und die 8 entstand. Also regulierte er alle Speichen, brachte das Rad wieder in Balance und schickte mich mit dem Hinweis, in Port Hedland neue Speichen zu kaufen, auf eine erfolgreiche Weiterfahrt. Danke Enzo!!
Dann konnte ich den kleinen Ort TOM PRICE, der sich selber "Top Town of Western Australia" nennt (weil er mit 700 Hoehenmetern der hoechste Ort in Western Australia ist) erkunden.
Es ist eine Mienenstadt und beheimatet die 3. groesste Eisenerzmine der Welt.
Natuerlich konnte ich mir eine Fuehrung nicht entgehen lassen, war aber entaeuschend, da man nicht nah genug an den Ort des Abbaus herankam.
Den Karijini-Nationalpark erreichte ich ohne Zwischenfaelle und quartierte mich auf dem Campingplatz ein. Dann ging es auf Erkundungstour. Es war gigantisch, was vor Millionen von Jahren entstanden ist und immer noch Bestand hat. Leider liess sich bei meinem Besuch keine von den dort lebenden 8 unterschiedlichen Phytonarten sehen. Dafuer beeindruckte der Park mit seiner Schoenheit.
Auch die Art und Weise, wie man die Canyons entdecken muss machte einfach Spass. Schwimmend, kletternd und durch Wasserlaeufe watend bieten sie immer wieder eine Ueberraschung. Kleine Pools auf dem Weg fordern zusaetzlich immer wieder zum baden auf.
Nach einigen Tagen habe ich mich wieder auf die Strasse begeben um nach Port Hedland zu fahren.
Wenn ich mein Zelt aubaue, bin ich froh wenn ich halbwegs sandigen Untergrund finde. Oft stellt sich dann aber heraus, dass der Sand gerade 1cm tief ist und die Heringe voellig unbrauchbar sind, um sie in das Eisenerzgestein zu schlagen. Dann bin ich doch immer wieder dankbar fuer grosse Aeste in der Umgebung an denen ich mein Zelt fixieren kann.
Auch zu diesen Geschoepfen sollte man aussreichend Abstand halten. Denn auch wenn sie reichlich vertrocknet aussehen, koennen sie uebelste Gerueche verbreiten. Die Zahl der Leichen am Strassenrand hat sich nicht grossartig geaendert, nur die Art der Leichen! (mehr Rinder als Kaengeruhs)
Auf dem weiteren Weg zeigte mir "kurz" vor dem Ziel mein Rad, was so alles kaputt gehen kann. Mir platzte Mantel und Schlauch! Da ich keinen Ersatzmantel dabei hatte, musste ich wieder auf die Hilfe von freundlichen Australiern hoffen. Was dann auch kein Problem war. Mein Retter brachte mich sogar bis zum Campingplatz in South Haedland 10 km vor Port Hedland, da nur hier Radzubehoer zu bekommen sei. Klasse!!
Radzubehoer war etwas uebertrieben. Da es sich hier um eine Hafenstadt handelt die bis zu 220 Millionen Tonnen Eisenerz im Jahr in die Welt verschifft (vornehmlich Asien) und nur die Kids sich auf dem "Pushbike" vorwaerts bewegen, hatte ich die Wahl zwischen einem Mantel fuer 0,75$ und 24$. Entschieden habe ich mich fuer den teueren plus einem 100% "dornsicheren" Einlegeband fuer den Mantel. Das Band ist deswegen 100% sicher, weil es den Schlauch gleich einschneidet und man deswegen gar nicht erst dazu kommt durch Dornen zu fahren!!!!!!!!
Das hatte zur Folge, dass ich einen Tag laenger bleiben musste um eine zuverlaessige Loesung fuer meinen Reifen zu finden. In der Hoffnung die Strecke von Port Hedland nach Broome, wo es auf 600 km nur zwei Roadhaeuser gibt, problemlos zu bewaeltigen. Wie es geklappt hat werde ich euch demnaechst berichten.
Ich muss mich uebrigens korrigieren, was die ROAD TRAINS angeht. Denn ab Port Hedland duerfen die Zugmaschienen mit 4 Trailern fahren, somit kommen sie zum Teil auf eine Achsenzahl von 21. Der Sog steigert sich also betraechtlich.