Australien - hat alles einen tieferen Sinn?
Broome zu verlassen ist mir doch ein wenig schwer gefallen.
Vor allem bei einem so lieben Abschied, erst von den Eltern von Cameron und dann von Cameron und Sylva!
"I tell you once,..... I tell you twice,..... but I didn't tell you a second time !!!
Als mein Visum und meine Isomatte endlich eingetroffen waren, habe ich mich tags darauf auf den Weg gemacht um mein Abenteuer auf der Gibb River Road zu bestehen. Die “Gibb” ist eine Offroadstrecke die mit dem Rad zu meistern ist. Es gibt dort viele Fluesse, 2 Roadhaeuser und den einen oder anderen Camper die mein hohes Bedurfniss an Wasser erfuellen sollen. Denn mitlerweile ist die Temperaturanzeige wieder auf ueber 40 Grad gestiegen.
Die Strecke bis Derby war nicht sehr spannend. Sie wurde nur hin und wieder von meinen Lieblingsbaeumen gesaeumt den BOABTREES. Baeume, die ohne sich zu verkleiden in jedem Horrorfilm mitspielen koenten
Davon gab es reichlich zu fotografieren, was ich auch ausgiebig getan habe. (Jeder Mitreisende waere verzweifelt)
Da die Regenzeit vor der Tuer steht, kam schon mal der eine oder andere Schauer, der meine "Betriebstemperatur" wieder auf ein ertraegliches Mass reduzierte. Zudem ersparte mir der Regen auch das Duschen, da das Wasser im Busch leider nicht immer zur Verfuegung steht.
Viel zu lachen gibt es nicht wenn ich die Kilometerangaben lese, die noch vor mir liegen, dafuer aber ueber die, die ich bereits hinter mir habe.
In Derby angekommen habe ich als erstes erfahren, das die Regenzeit ungewoehnlich frueh eingesetzt hat und somit alle Nationalparks an der “Gibb” gesperrt waren. Es hat seit 5 Tagen geregnet. Trotzdem dachte ich das sie am naechsten Tag sicherlich wieder geoeffnet wuerden. Aber ganz im Gegenteil, in der Nacht fiel dann mal eben 197mm Niederschlag in den Kimberleys.
Nach dem ich 3 Tage ausgeharrt hatte, in der Hoffnung doch noch ueber die Gibb River Road nach Kununurra zu kommen, machte ich mich dann frustriert auf den Weg, um ueber den Highway weiter Richtung Darwin zu fahren.
Rein gedanklich war mir schon klar, dass es einen Sinn hatte, die Gibb nicht zu befahren. (Nach dem Motto: Immer positiv denken!)
Dass ich solange in Derby verweilte, lag auch daran das ich einen netten Australier kennengelernt habe, der gerne kocht. Da ich gern esse, haben wir gut zusammengepasst.
In Derby gab es ein Office von der “School of Air”. Das ist eine faszinierende Schule. Hier werden die Kinder im Outback unterrichtet, da sie zu weit entfernt von der naechsten Schule leben. Das heisst 39km von der naechsten Schulbusshaltestelle. Die Kinder werden in allen Faechern unterrichtet, einschliesslich Kunst, Musik und auch Sport. Der Unterricht erfolgt pro Jahrgang 1 Stunde am Tag online. Anschliessend sollen die Kinder alleine weiterlernen. Sie bekommen Unterlagen zugesandt, die sie in einer bestimmten Zeit durcharbeiten sollen. Wenn Versuche gemacht werden, bekommen sie vorab die Materialien oder den Auftrag die Materialien selbst zu besorgen. Es gibt 6 solcher Bueros in Western Australia. Ab der Highschool werden sie dann alle zentral ueber Perth unterreichtet. Einmal im Jahr gibt es ein Jugendlager wo sich die Kinder treffen, gemeinsam lernen, spielen und kennenlernen.
Leider wurde die Strecke, wie vorausgesehen, MEGA-langweilig. Ausser BOABTREES, die uebrigens viel Wasser in ihrem dicken Stamm speichern koennen, trifft man hin und wieder nette Roadtraindriver, Wildpferde oder den eine oder anderen unangenehmen Wildhund.
Auch meine Campspots hatten keine Ueberraschung zu bieten. Sie waren schoen, aber selbst wenn mal ein Krokodil-Warnschild aufgestellt war, liessen sich die "Kuscheltiere" mit den spitzen Zaehnen nicht sehen. Der Vorteil war, ich hatte zumindest Wasser zum waschen.
In Fitzroy-Crossing, der ersten Ortschaft nach Derby habe ich den einzig geoffneten Nationalpark, den Geikie-Gorge besucht. Hier habe ich dann zumindest meine ersten australischen Krokodile gesehen. Wenn auch nur die kleinen Suesswasserkrokodile mit dem schmalen Maul.
Wenn ich mal gross bin werde ich auch gefaehrlich!
Nach einer mehrtaegigen Hoellentour mit Gegenwind und Huegeln bin ich in Halls Creek angekommen.
Nun die grosse Preisfrage. Wer meinen Blog aufmerksam gelesen hat wird sie beantworten koennen: Was ist ungewoehnlich fuer mich auf diesem Foto?
Antwort: DER TRANSPORTWAGEN FUER MEIN GEPAECK!! Normalerweise habe ich 2 Raeder hintereinander und nicht nebeneinander!
Was man mir schon seit langem prophezeit hat, worueber man bereits Wetten abgeschlossen hatte ist eingetreten. Mir wurde in der Nacht auf dem Campingplatz das Fahrrad gestohlen und noch das eine oder andere “nette” Equipment dazu. Bevor sie mich komplett leerraeumen konnten bin ich aufgewacht, aber leider zu spaet.
Nun frage ich euch:” Wofuer ist das gut?” Es soll doch alles einen Sinn haben. Das Land ist schon etwas langweiliger als alle anderen die ich bisher beradelt habe, aber so muss es nun die Spannung nicht erhoehen.
Fuer Tips, Motivationen und “kluge”
Kommentare bin ich immer offen!!!
Demnaechst praesentiere ich vielleicht die Antwort auf die Frage:
Wofuer war das jetzt gut, was hat das fuer einen Sinn?”