Australien - eine 606 km lange Herausforderung
Port Hedland hinter mir gelassen und die Reifenpannen liessen nicht lange auf sich warten. Nachdem ich dann bereits den 2ten Schlauch an das “100% dornsichere Einlegeband” verloren hatte, habe ich dieses schei....oene Band mit dem groessten Vergnuegen in einen der schoenen gelben Papierkoerbe entsorgt die hin und wieder den Weg "abwechslungsreicher" machen.
Ab dann hatte ich bis Broome keine Probleme mehr mit meinem Rad.
Leider hatte meine Isomatte auch den Geist aufgegeben und ich musste sie zur Reperatur eingeschicken. Nun hiess es eine Woche oder laenger auf dem Boden schlafen...man, dazu bin ich echt zu alt!!
Ach und da war ja noch mein Zelt....
Aussergewoehnliche Dinge zu besitzen ist ja hin und wieder ganz reizvoll, aber es hat alles seine Grenzen. Was ich bisher noch nicht erwaehnt hatte, ist, dass mein Zelt mit zunehmend waermer werdenendem Klima einlaeuft.
Am Anfang war mein Zelt einfach nur top. Aber je waermer es wurde, je mehr Probleme bekam ich das Zelt aufzubauen. Es ging dann irgendwann nur noch wenn ich es vorher gewaessert hatte, aber bei meinem geringen Wasservorrat war das natuerlich schlecht moeglich. Ich musste mir ein neues Zelt kaufen, leider aber an einem Ort wo man auf meine Beduerfnisse nicht eingestellt war. Dafuer habe ich jetzt viel Platz in meinem 3-Personen-Zelt und natuerlich auch etwas mehr Gewicht!!!
Der Weg von Port Hedland nach Broome ist wohl einer der eintoenigsten in Australien. Da es aber auch noch regnete, konnte ich leider meine tolle Buchhalterung nicht nutzen, da sie nicht wasserfest ist. Auf dieser Strecke gibt es wohl auch das laengste Stueck auf der Welt an dem es weder Benzin noch Wasser gibt. Das ist allerdings fuer eine attraktive Frau wie mich kein Problem. Frau stellt sich mit einer leeren Wasserflasche an die Strasse und es haelt garantiert jemand. Es dauert zwar etwas bis sie verarbeitet haben, dass da eine weibliche Person ohne jegliches Fortbewegungsmittel mitten in der Pampa an der Strasse steht. (Mein Zelt war bereits im Busch aufgebaut) Die Autos fahren zunaechst an mir vorbei, drehen dann aber um mit mir zu komunizieren. Meistens hat man in Australien einen Wasserkanister dabei, und jeder ist bereit teilen. Hinzu kommt dann meist ein netter Plausch:-))
Aber auch die langweiligste Strecke bietet immer mal wieder etwas.
So z.B. Die “Milionen-Familien-Haeuser” (Termitenhuegel) die mit den skurillsten Formen aufwarten. Auch haben die Baumeister keine Probleme mit ploetzlich auftretenden Hindernissen. Sie integrieren sie einfach!!
Diese kleinen fleissigen Tiere sind dann auch der Grund, warum in Western-Australien viel mit Wellblech und Eisentrager gebaut wird, denn daran beissen sie sich garantiert die Zaehne aus...
Die Wuesten-Blume “Sturt Pea” habe ich bisher nur ein einziges Mal gesehen, obwohl sie eine sehr beruehmte und auffaellige Blume ist. Die Aborigines verbinden mit ihr in ihren Legenden Kummer und Traurigkeit. Mit den Essenzen daraus soll man tiefsitzende psychische Wunden behandeln koennen.
In Australien gibt es immer wieder Plaetze, auf denen man offiziell kostenlos campen kann. Dort gibt es allerdings meist nur einfache Plumsklos ohne Wasser, jedoch Muelleimer und Feuerstellen. Einige davon sind wunderschoen gelegen, z. B. an Flusslaeufen und laden zu laengerem Aufenthalt ein (wenn man genug Trinkwasser dabei hat) Wenn man Glueck hat fuehren die Flusslaeufe manchmal noch ein wenig Wasser. In der Regenzeit sollte man hier allerdings nicht zu nah campen, sonst kann man das schwimmen im Zelt ueben, oder die Zeit messen, wie lange ein Wohnwagen braucht bis er sinkt.
Unterwegs habe ich dann einen Stopp am 80-Mile-Beach eingelegt. Der wie der Name schon sagt, etwas laenger ist und endlos von Anglern bevoelkert wird. Das Geruecht geht um, dass man hier nicht schwimmen soll, da es angeblich zu viele Haie gibt. Ich habe noch alle Beine und Arme und vermute viel eher, dass die Angler dieses Geruecht verbreiten, in der Hoffnung Touristen vom Baden abzuhalten. Die meisten Angler sind scharf auf eine spezielle Art von Lachs.
Nach 606 km bin ich endlich in BROOME angekommen. Als erstes habe ich meinen Antrag auf Visaverlaengerung nach Darwin geschickt. Dann musste ich mich intensiv um mein Rad kuemmern und das 2 volle Tage. Nun ist es fit fuer die naechsten Etappen. Starten kann ich immer noch nicht, da mein Touristenvisum auf sich warten laesst. Die Post braucht fuer die Strecke Broome -Darwin ewig. Das Visum erstellen natuerlich auch hier - Beamte -!
Auch hier ist mal wieder das Glueck auf meiner Seite. Ich kann die Wartezeit mit Geldverdienen verkuerzen.
Unterwegs habe ich ein aehnlich “verruecktes Huhn” (Sorry Sylvi) wie mich kennengelernt, die mir zum ersten Job verholfen hat. Seit dem sind wir das Power-Allzweck-Team, das durch Mundpropaganda immer wieder neue Jobs bekommt. Gemeinsam vergnuegen wir uns beim Unkraut zupfen bei 45 Grad, geniessen aber auch die Abkuehlung in den Pools unserer Arbeitgeber. Auch das Baggerfahren ist ein riesen Vergnuegen. Wir fragen uns warum die Orte wo man als Laie Kranfahren und Baggern kann “MAENNER – Abenteuerspielplaetze” heissen. Maedels, die Baggerei macht richtig Spass!
BROOME ist eine alte Perlenstadt.
Hier gibt es das aelteste Open-Air-Kino der Welt. Auf Liegestuehlen geniesst man unter dem tollen australischen Sternenhimmel die Filme.
Das Essen ist hier uebrigens nicht erwaehnenswert, neben allem was es in Deutschland gibt, grillen die Australier leidenschaftlich gern und Fast-Food gibt es reichlich. "LEIDER"!!
(Ich vermisse das leckere, gesunde asiatische Essen!!!)
Wie in vielen australischen Stadten sieht man auch hier die Aborigines ueberall “abhaengen”. Bisher habe ich nicht viel ueber die Ur-Einwohner Australiens geschrieben, da ich noch sehr wenig Beruehrungspunkte mit ihnen hatte. Es faellt mir nur auf, dass sie vor den Supermaerkten herumlungern, die Luft mit ihrem ureigenen Koerpergeruch "veredeln", immer abgerissen aussehen und ganz selten ein Laecheln auf den Lippen haben. Abends sieht man sie betrunkten an Bushaltestellen oder in Parks. Sie komunizieren und streiten untereinander. Es muss schwer sein fuer Menschen, die in einer Welt leben, mit der sie nichts anfangen koennen, und die die moderne Ernaehrung und den Alkohol nicht vertragen. Merkwuerdig ist, dass in den Kulturzentren die die fruehere Lebensart der Aborigines praesentieren und ihre Kunst verkaufen keine Aborigines vertreten sind.
Dinosauriaspuren am Leuchturm sind dann doch kleiner als erwartet. Aber der Pool, den ein Leuchturmwaerter fuer seine unter atritis leidenende Frau in den Stein gehauen hat und der sich bei Flut fuellt, ist schon sehr romantisch.
"STAIRCASE TO THE MOON" ist ein Muss, wenn man bei Vollmond in Broome ist.
Der CABEL-BEACH ist beruehmt fuer seine Sonnenuntergaenge. Der Name entstand, als hier 1889 das erste Unterseekabel nach Java (Indonesien) verlegt wurde.
Manchmal ist es besser nicht in die Kamera zu laecheln, vor allem wenn man die Bedeutung der Zahnpflege noch nicht richtig erfasst hat....
Ein Kamel kommt selten allein!
Eine sehr grosse Herausforderung ist es den hiesigen Ameisen klar zu mache, auf den Verzehr MEINER Muesliriegel und MEINES Zeltbodens zu verzichten. Ich habe eine Riesenflasche Babypuder gekauft und verteile es gleichmaessig um mein Zelt. Es wirkt - noch.
Ansonsten hoffe ich jeden Tag auf Post, damit es endlich weitergehen kann und ich mich von den Strapazen des Arbeitens erholen kann. Anderseits verdiene ich gut, habe Bewegung und Spass und kann entspannter weiterreisen.